Die Methode
Diese Seite ist kein Meinungsblog. Jeder Text folgt einer festen Disziplin, damit sich das Vorgebrachte überprüfen lässt, statt es auf Treu und Glauben zu übernehmen.
Das Prinzip
Ein Argument kann sehr überzeugend und trotzdem völlig verfehlt sein. Die Überzeugungskraft, die es ausstrahlt, sagt nichts über seine Tragfähigkeit aus; was sie aussagt, ist seine logische Gültigkeit und die Wahrheit seiner Prämissen. Die ganze Arbeit besteht darin, diese beiden Dinge zu trennen: das, was Zustimmung gewinnt, und das, was die Wahrheit begründet.
Die Regeln
- Zuerst der Steel-Man. Vor jeder Kritik wird das Argument in seiner stärksten Form dargestellt, unter Berufung auf seine besten Vertreter, niemals in einer Fassung, die leicht zu widerlegen ist.
- Zwei Familien, zwei Werkzeuge. Ein subjektives Argument (ein Empfinden) wird geprüft, indem man sich fragt, ob dieses Empfinden ohnehin da wäre. Ein sachliches Argument (eine Aussage über die Welt oder einen Text) wird frontal überprüft, an den Fakten.
- Der Symmetrietest. Ein Argument, das, wäre es gültig, die Gegenposition genauso gut beweisen würde, begründet keine von beiden. Wir halten genau fest, was dieser Test klärt und was nicht.
- Jede Aussage ist nachverfolgbar. Kein Behauptungssatz ohne eine identifizierbare Quelle. Die Quellen sind primäre oder akademische Referenzen mit geprüftem Identifikator (DOI) und einer Kontrolle der Urheberschaft, keine Blogs und keine ungefähren Zitate.
- Falsifizierbarkeit. Für jede vorgebrachte Tatsache geben wir an, was gegen sie sprechen würde. Unsere eigenen Erklärungen halten wir an denselben Maßstab wie jene, die wir kritisieren.
- Symmetrische Skepsis. Quellen, die der These zupasskommen, werden ebenso streng geprüft wie jene, die ihr im Weg stehen. Eine starke Behauptung, die nur auf einer einzigen Quelle beruht, wird als solche gekennzeichnet.
- Der Ton folgt dem Beweis. Keine absoluten Formeln, keine rhetorischen Effekte. Eine bescheidene Schlussfolgerung bleibt bescheiden.
Die Sicherungen
- Zu zeigen, dass ein Argument scheitert, beweist nicht, dass seine Schlussfolgerung falsch ist. Einen schlechten Beweis für eine These zu widerlegen, lässt die eigentliche Frage offen. Diese Texte urteilen weder über die Existenz Gottes, noch bezichtigen sie irgendjemanden des Betrugs.
- Kein einzelnes Ziel. Wenn ein Beispiel als roter Faden dient, wird gezeigt, dass dieselbe Kritik auch für die benachbarten Positionen gilt. Das Ziel ist nicht, jemanden ins Visier zu nehmen, sondern eine Argumentation zu prüfen.
In der Praxis
Jeder Text entsteht durch eine reproduzierbare Kette: Ein Argument wird in atomare Aussagen zerlegt, jede erhält eine eigene Recherche und eine Bewertung der Beweiskraft, dann verknüpft die Redaktion jeden Satz mit seiner Quelle. Eine abschließende Qualitätskontrolle prüft, dass keine Aussage ohne Beleg bleibt, und weist auf die im Auge zu behaltenden Punkte hin.